Geschichte des Zeltlagers

1958

befand sich Deutschland im Aufbruch. Dies war die Zeit des Wirtschaftswunders. Am 28. Oktober wählte das Kardinals­kollegium Johannes XXIII. als Nachfolger von Pius XII. zum Papst.

 

Dreizehn Jahre nach Kriegsende organisierte Gerhard Welte aus einzelnen Jugendfahrten der vorangegangenen Jahre das erste gemeinsame Jungscharzeltlager der Gemeinde St. Georg. Es ermöglichte 42 Jungen eine Fahrt nach Beuron im Donautal. Die Anfahrt erfolgte mit dem Fahrrad und das Kochen am Lagerfeuer prägte das einfache Lagerleben. Das umfangreiche Programm mit Besichtigungen, Sportspielen und Lagerfeuern begeisterte die Kinder schon damals. In den folgenden Jahren sollten 1959 und 1960 auf der Schwäbischen Alb das Lautertal bei Anhausen, 1961 bis 1963 das Unterland bei Untergriesheim, das Allgäu 1964 mit Bühl am Alpsee und 1967 in Ratzenried, aber auch das nahe Bayern 1965 und 1966 in Roggenburg die neuen Ziele des Zeltlagers werden.

 


1968

erreichten die Studenten- und Bürgerrechtsbewegungen in Deutschland ihren Höhepunkt. Am 4. April wurde der Bürgerrechtler Martin Luther King bei einem Attentat in Memphis, Tennessee ermordet.

 

In jenen turbulenten Jahren wurden die Organisation und die Struktur des Zeltlagers neu ausgerichtet. Mit den beiden Lagerleitern Peter-Michael Pierro und Werner Wagner an der Spitze des Betreuerteams konnte in den folgenden Jahren eine große Kontinuität erzielt werden. Ebenso wurde damals der Posten des Materialwarts eingeführt, nachdem das Material und die Ausrüstung für das Zeltlager immer umfangreicher wurden. Immer wieder gelang es neue Zeltlagerorte zu finden. So schlug das Zeltlager der KJG St. Georg 1972 zum ersten Mal seine Zelte in Zweiflingen auf, einer Gemeinde im Hohenlohekreis. In dieser Region war das Zeltlager in der Folgezeit des öfteren zu Gast. Und auch mit Fremdingen in Bayern, in der Nähe von Nördlingen konnte 1974 wiederum ein neuer Platz gefunden werden. Beide Orte sollten in der Folge noch des Öfteren aufgesucht werden.

 


1977

war gekennzeichnet durch den Terror und zahlreiche Anschläge der Roten-Armee-Fraktion (RAF). Das darauffolgende Jahr wurde das Jahr der Päpste: Paul VI., Johannes Paul I. und Johannes Paul II.

 

Nach langem Sparen war das Zeltlager der KJG St. Georg in der Lage, aus eigener Kraft ein großes Aufenthaltszelt anzuschaffen. Genauso wurde in den Folgejahren die Küchen-, Zelt-, und sonstige Ausrüstung investiert. Erstmals wurde 1978 in Wildgutach im Schwarzwald, 1980 im oberschwäbischen Fleischwangen und 1981 im Neckar-Odenwald-Kreis in Hemsbach bei Osterburken gezeltet. 1983 konnte das Zeltlager der KJG St. Georg auf sein 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum wurde am 28. und 29. Mai mit einem Festwochenende auf der Festwiese in Stuttgart-Botnang gefeiert. In jenem Jahr errichtete das Zeltlager in einem Seitental der Jagst beim Heßlingshof in der Gemeinde Schöntal seine Zeltstadt. Es sollte nicht das letzte Mal sein.

 


1985

gewann Boris Becker als erster Deutscher und jüngster Tennisspieler das Turnier in Wimbledon. Am 16. April 1986 ereignete sich das Reaktorunglück im Kernkraftwerk in Tschernobyl in der Ukraine.

 

Im Zeltlager der KJG St. Georg begann eine neue Ära. Die Betreuer beschlossen nach langer und kontroverser Diskussion, künftig ein Zeltlager für Mädchen und Jungen durchzuführen. Dies war eine richtungsweisende Entscheidung für die weitere positive Entwicklung dieser Freizeit, mit der das Betreuerteam seine Weitsicht bewies. Mit Walldürn 1988 und Untersambach 1989 wurden wieder neue Zeltplätze entdeckt. Am 20. März 1992 wurde der ZELTLAGERFÖRDERVEREIN KJG ST. GEORG STUTTGART e.V. gegründet, der mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Zeltlagers geworden ist

 


1996

löste in Deutschland der Börsengang der Deutschen Telekom ein wahres Börsenfieber aus. Am 11. August 1999 herrschte über Zentraleuropa eine totale Sonnenfinsternis.

 

Im Zeltlager rückte das Thema Ökologie immer stärker ins Rampenlicht. Aktive Mülltrennung sowie biologisch abbaubare Seife und Zahnpasta sind nur einige wenige Beispiele von Umweltschutzmaßnahmen, die heute zur Normalität im Zeltlager gehören. Einige Grundsätze wie zum Beispiel der Verzicht auf elektrischen Strom und eine direkte Wasseranbindung bestehen seit der Gründung des Zeltlagers. Am 20. und 21. Juni 1998 fand das 40-jährige Zeltlagerjubiläum auf dem Kirchhof in St. Georg statt. Ein morgendlicher Sturm vernichtete und zerstörte am 2. August 2000 beim Zeltlager in Untersambach das große Aufenthaltszelt. 2001 konnte mit finanzieller Unterstützung des Zeltlagerfördervereins ein neues Aufenthaltszelt angeschafft werden. Mit den Orten Unterschnaitbach 1997 und Binzwangen 2003 in Oberschwaben sowie Seedorf 2006 im Landkreis Rottweil am Rande des Schwarzwaldes gelang es wieder neue Regionen und Zeltplätze kennenzulernen.

 

2008

wurde am 31. Mai und 1. Juni das 50-jährige Zeltlagerjubiläum rund um St. Georg gefeiert. Selbst der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster ließ sich dieses Ereignis nicht entgehen.

 

Seit 1958 erlebten knapp 3000 Kinder und mehr als 200 ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer eine einzigartige Form der Feriengestaltung. Auch heute noch zieht jedes Jahr ein 20-köpfiges Betreuerteam mit 60 Kindern hinaus in die Natur, um 14 Tage ohne PC, Handy, Gameboy und Playstation in einer echten Gemeinschaft zu leben. Im Rückblick auf mehr als 50 Jahre Zeltlager sehen wir einer langfristigen erfolgreichen Entwicklung des Zeltlager KJG St. Georg Stuttgart positiv entgegen, da motivierte Helfer ehrenamtlich die gewachsenen Strukturen weiterführen und sich teilweise unter Aufbringung des persönlichen Urlaubs zeitintensiv engagieren.

 

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